Presseschau Beitrag

Muslime in der Bundeswehr

Interne Studie unter Verschluss

Die im NDR Info-Kanal ausgestrahlte sicherheits- und militärpolitische Sendereihe Streitkräfte und Strategien nimmt in ihrer neuesten Folge die Lage der wachsenden Zahl muslimischer Soldaten in der Bundeswehr in den Blick. Reiner Scholz führte Interviews mit einzelnen muslimischen Soldaten und Offizieren, unter anderem auch mit der für die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg arbeitenden Ethnologin und Offizierin Maren Tomforde.

Die Situation der Soldaten islamischen Glaubens wird unterschiedlich gesehen. Die Interviewten selbst berichten überwiegend positiv von der Selbstverständlichkeit, mit der ihr Glaube in der Bundeswehr akzeptiert würde, auch wenn es im Alltag hin und wieder zu kleineren Dissonanzen kommen könne.

Doch auch prinzipiell kritischere Stimmen werden hörbar, so zog die Ethnologin Tomforde das folgende Resümee:

Die meisten Muslime verfolgen in der Bundeswehr die Strategie: Nur nicht auffallen. Sie würden sich selbst bei offenkundigen Missständen nicht beschweren, aus Angst vor den Nachteilen.

Ebenso mag ein weiterer Umstand, den Scholz in seinem Feature aufdeckt, durchaus nachdenklich stimmen:

Das „Sozialwissenschaftliche Institut“ der Bundeswehr in Strausberg bei Berlin hat eine Untersuchung zum Thema „Muslime und Bundeswehr“ durchgeführt. Eine Studie, die übrigens aus unerfindlichen Gründen unter Verschluss gehalten wird. In der Untersuchung bemängeln die befragten Muslime durchgängig, dass es ihnen an Ansprechpartnern beim Bund fehlen würde.

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