Presseschau Beitrag

Die Lebenslüge der Energiekonzerne

Was kostet der Strom wirklich?
Aufwändig und teuer: Offshore-Windkraft
Aufwändig und teuer: Offshore-Windkraft Bild von zabdiel

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat nachgerechnet: Was kostet die Erzeugung von Strom aus verschiedenen Quellen aktuell und wahrscheinlich in den kommenden Jahren. Dabei hat das Forscherteam auch eine Reihe von zusätzlichen Kostenfaktoren berücksichtigt, zum Beispiel die unterschiedlichen Zinssätze und die Lebensdauer der Anlagen. Interessant dabei: Vor allem Windkraftanlagen schneiden überraschend gut ab. Allerdings nur die landgestützten Windräder; die Offshore-Windparks haben zwar eine höhere Volllastzeit, können damit aber die aufwändigere Technik nicht kompensieren. Das ist nicht zuletzt deswegen brisant, weil sowohl die Bundesregierung als auch die Stromkonzerne massiv auf letztere setzen.

Kleine, privat installierte Photovoltaik-Anlagen sind übrigens, auch Dank heftiger Preissenkungen, mittlerweile durchaus attraktiv. Noch mehr gilt das für großflächige Systeme. Außerdem werden die Kosten mittelfristig weiter zurückgehen. Umgekehrt verhält es sich mit der konventionellen Stromerzeugung, etwa durch Kohle- oder Ölkraftwerke. Denn die fossilen Brennstoffe werden mit Sicherheit teurer.

Kommentare

Preisvergleiche schwierig

Es ist schwierig bzw. nicht möglich, die Stromgestehungskosten untereinander oder in Bezug auf konventionelle Energien zu vergleichen. Die Erneuerbaren Energien sind volatil und benötigen Speicher. Die Speicherkosten müssten für einen Vergleich hinzu gerechnet werden. Da wirken hohe Volllaststunden kostendämpfend (Off-Shore-Wind). Allerdings könnten hochvolatile Energien wie Solarstrom für direkt zugeordnete Abnahmesptitzen genutzt werden. Die Speicherkosten könnten so beispielsweise reduziert werden. Lasten usw. könnten variabel geschaltet werden usw..

Das Gesamtsystem zu managen, stellt eine hochkomplexe Aufgabe dar, bzw. wird es darstellen. Die Dimension dieser Herausforderung ist m. E. noch gar nicht richtig begriffen werden. Das Gesamtsystem wird einen enormen Planungsaufwand und eine ständige Weiterentwicklung benötigen. Ein Umbau wird nur erfolgreich sein, wenn die Planungen allein rationalen Überlegungen untergeordnet werden. »Markkräfte« sind dafür nicht geeignet.

Beste Grüße
Ulrich Engelke, Dipl.-Ing.

Bild des Benutzers Axel Weipert

Zustimmung

Ohne Frage handelt es sich hier um eine komplexe Thematik. Man könnte das ganze ja sogar noch weiterdenken: Wer kennt schon den exakten Strombedarf in fünf oder zehn Jahren? Oder die Preisentwicklung bei den technischen Komponenten usw. Gerade die Speichertechniken werden sich sehr wahrscheinlich noch wesentlich verbessern lassen. Ich halte die Studie aber dennoch für seriös und interessant, weil sie zumindest mehr Faktoren in Rechnung stellt als viele andere.

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