Presseschau Beitrag

Johannesburger Goldwasser

Giftiges Grubenwasser bedroht die südafrikanische Metropole
Acid Mine Drainage in "natürlicher Umgebung"
Acid Mine Drainage in "natürlicher Umgebung" Bild von Rana X.

Die Metropole Johannesburg, einst als Goldgräberstadt gebaut, wird nun mit den Folgen jahrelangen Raubbaus konfrontiert: Die unzähligen Stollen unterhalb des Stadtgebiets laufen seit Jahren mit säurehaltigem, radioaktiven Wasser voll. Deutschlandradio Kultur zeigt auf, wie dieses Giftgemisch mittlerweile Menschen bedroht – insbesondere die Bewohner der westlichen Townships; die Folgen für die Region sind unabsehbar.

Nicht nur das Trinkwasser für elf Millionen Menschen ist gefährdet, sondern auch die von Johannesburg gespeisten Flusssysteme von Vaal, Limpopo und Orange River und mit ihnen die Landwirtschaft einer ganzen Region. Die hochkorrosiven Elemente gefährden zudem auch die Gebäudesicherheit. Sie könnten die Wolkenkratzer von Johannesburg, darunter Afrikas höchstes Gebäude, den Carlton Tower, von unten anfressen.

Auch die taz widmet dem Thema einen längeren Bericht und beschreibt die Entstehung des unter dem Namen „Acid Mine Drainage“ bekannten stark säurehaltigen Wassers und die Beförderung der Krise durch korrupte Verflechtungen innerhalb der südafrikanischen Eliten. Beispielhaft dafür ist der Konkurs der Aurora Mine mit dem Geschäftsführer Zondwa Mandela – ein Enkel Nelson Mandelas – und dem Vorsitzenden Khulubuse Zuma – Neffe des amtierenden Staatspräsidenten Jacob Zuma. Während die weitreichenden politischen Verbindungen der Geschäftsführer eine Aufarbeitung des Falls Aurora behindern, steigt das Wasser in der Mine dagegen ungebremst.

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