Notizen
Bomben für den 1. Mai
Fast eine Woche nach dem 1. Mai gibt die Polizei den Fund von 3 Rohrbomben entlang der Route der »Revolutionären 1. Mai-Demonstration« in Berlin-Kreuzberg bekannt. Presseberichten zufolge soll es sich dabei um 2,5 x 40 cm lange Aliminiumgehäuse mit herkömmlichen Zündschnuren und einer Chlorat-Zucker-Mischung im Eigenbau gehandelt haben. Die Fundstellen liegen laut der Polizei in der Oranienstraße sowie der Markgrafenstraße und somit an unterschiedlichen Stellen. Dabei geht die Polizei aufgrund von Beobachtungen davon aus, daß tatsächlich bis zu 10 dieser Sprengsätze deponiert wurden. Die weiteren Röhren wurden jedoch aufgrund der dynamischen Situation nicht wieder aufgefunden. Weiterlesen … »
Kabinettstück
Reporter des »Bureau of Investigative Journalims« gaben sich Ende vergangenen Jahres als Regierungsvertreter von Usbekistan aus, um bei PR-Firmen anzufragen, mit welchen Mitteln die zentralasiatische Diktatur ihr Image aufpolieren kann. Der Vorstand von Bell Pottinger plauderte vor versteckter Kamera sein Arsenal der »dunklen Künste« aus: Kontakte in die britische Regierung, Attacken auf kritische Abgeordente und die Überarbeitung von Wikipedia-Einträgen zählen dazu.
Schachspiel in Teheran
Über 40 Minuten interviewt Claus Kleber für das ZDF Mahmud Ahmadinedschad. Die zentrale Frage ist das iranische Atomprogramm. Das Interview findet sich in der ZDF Mediathek.
Rechte Militärs?
Sieben Tote und zwei Schwerverletzte in 9 Tagen: Das ist die Bilanz der Mordserie in Frankreich. Eine erste Spur sieht die Taten in einem rechtsradikalen Hintergrund. Die Zeitung Le Point berichtet von drei Fallschirmjägern des 17. Regiments von Montauban, die vor drei Jahren aufgrund ihrer rechten Gesinnung entlassen wurden.
Die Schlußfolgerung ist naheliegend: Da drei Fallschirmjäger – auch in Zivil – afrikanischer Abstammung ermordet wurden, haben die Täter in diese Richtung eine eindeutige Spur hinterlassen. Das kaltblütige Vorgehen ist nur denkbar vor dem Hintergrund einer entsprechenden Ausbildung. Desweiteren deutet der Anschlag auf die jüdische Schule in Verbindung mit den anderen Morden auf einen rassistischen Hintergrund. All diese Taten wurden verbunden durch die Nutzung der gleichen Waffe und des gleichen Fahrzeugs.
Kongresswoche
In der kommenden Woche finden zwei journalistische Konferenzen statt: Während sich die Linke Medienakademie (LiMa) mit dem Schwerpunkt »Schnittstellen, Interfaces« vom 21.-25. März in Berlin an ein breites Publikum wendet, findet am Wochende vom 24./25. März in Hamburg eine Fachkonferenz des Netzwerkes Recherche zu »Daten Recherchen, Geschichten« statt.
Nicht vorgesehen
Die Notfallpläne für einen GAU in einem der deutschen Kernkraftwerke sind offenbar völlig unzureichend. Das ergab eine bislang unter Verschluss gehaltene Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz. Die Helfer wären demnach von den möglichen Folgen überfordert, zudem sind die Grenzwerte viel zu hoch, ab denen der Staat eingreifen würde.
»Bitterfelder Barock«
Die Konsequenzen städtischer Aufwertung werden seit langem kontrovers diskutiert. In Berlin sind die rasant steigenden Mieten für jeden spürbar. Doch wie sieht die Welt der Makler und Spekulanten wirklich aus? Darüber klärt dieses kleine Video auf: Wie sich mit wenig Einsatz aus dem »Bitterfelder Barock« das schnelle Geld machen läßt.
Ergänzung: Es gibt dazu auch einen Eintrag von André Holm auf seinem Gentrificationblog.
»Angriff auf die Gesellschaft«
Eine Gruppe von Intellektuellen greift in einem dramatischen Appell das sogenannte Rettungspaket für Griechenland frontal an: Denn die Folge der erzwungenen Sparmaßnahmen sei die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Sie sehen einen »parlamentarischen Staatsstreich« gegen die Volkssouveränität, der zu einem Modell für Europa werde.
Wir dokumentieren diesen Aufruf an dieser Stelle. Weiterlesen … »
Viel Lärm um nichts
Intern scheinen sich die US-Geheimdienste sehr sicher zu sein, dass Iran keine Atomwaffen baue oder in absehbarer Zeit damit beginnen wolle. Das relativiert doch so manche Aufregung der vergangenen Wochen und Monate. Vor allem aber zeigt es, dass es sich hier offenbar um ein politisches Manöver handelt, um den Einfluss Irans in der Nahost-Region zurückzudrängen, notfalls sogar mit Gewalt.
Rote Irritationen im Bundestag
Bei einer der letzten Bundestagsdebatten outete sich Guido Westerwelle nicht nur als Fan von roten Kostümen; er wurde zugleich auch noch von blinkenden roten Lichtern irritiert. Das Ergebnis? Einer der wenigen erheiternden Momente im hohen Haus.
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