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Bitte keine Verschwörungstheorie
schrieb gast in: Statt Entwicklung und Frieden jetzt Sicherheit? Wie zivilgesellschaftliche Akteure ihre Opposition zu „vernetzter Sicherheit“ bündelnEs ist unglaublich...
schrieb Gast in: Sozialismus der Milliardäre Charity als Ersatz für Gerechtigkeit?»Niemand ist allein in der Lage, derartige Werte im Alleingang zu schaffen. Und deshalb wäre es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, diese Vermögen auch angemessen zur Finanzierung gesellschaftlicher Bedürfnisse heranzuziehen.«
Genau DAS passiert doch mit zumindest einigen dieser Gelder. Es wird z.B. viel in medizinische Forschung gesteckt (Gates&Co) - das kommt der ganzen Gesellschaft zu Gute!
Ein Mark Zuckerberg, ein Bill Gates oder oder oder - das sind Self-Made-Milliardäre (keiner zwingt die »Gesellschaft« Facebook beizutreten oder Microsoft-Produkte zu kaufen) - also haben sie ja wohl auch das Recht, selbst über ihr Geld zu entscheiden, oder etwa nicht?
Und die genannten exorbitanten Vermögen sehe ich persönlich ehrlich gesagt lieber in privater Hand als z.B. in der unseres Staates - der das Geld dann überall hinschiebt, außer in die GESAMTE Gesellschaft. Mache Deutschland heute schuldenfrei und in 20 Jahren wären wir wieder genauso hoch verschuldet wie heute - denn der deutsche Staat kann in meinen Augen, im Gegensatz zu den Superreichen, relativ schlecht mit Geld umgehen.
Es tut mir leid, aber ich höre aus dem Text einfach etwas Neid heraus…Neid darüber, dass ein paar Menschen dermaßen viel Geld haben und man selbst nichts davon abbekommt. Meine Meinung dazu: jeder ist seines Glückes Schmied…auch des »finanziellen Glückes«. Man braucht kein Geld um glücklich zu sein? Na dann - muss man auch nicht auf den Superreichen herum hacken.
Und: natürlich tun sie das (auch) für ihr Image - aber wenn dafür neue Impfstoffe oder Behandlungsmöglichkeiten für tödliche Krankheiten entwickelt werden oder in der 3. Welt ein paar Kinder weniger sterben müssen, weil sie medizinisch versorgt werden und etwas zu essen haben, ein paar mehr Kinder auf die Schule gehen können, weil welche gebaut werden - dann soll mir das Recht sein.
Was hoffnungsvoll begann....
schrieb Gast in: Libyen unter der Lupe Eine BestandsaufnahmeDiese ganze Gegend Nordafrika, Naher Osten scheint mir ein unberechenbares Pulverfass zu sein mit einem Schwung heißblütiger Bewohner, die vor Übertreibungen und Verzerrungen der Wahrheit nicht zurückschrecken. Allein aus mündlichen Aussagen die Lage im Land zu rekonstruieren erscheint abenteuerlich.
Wenn Waffen gestellt werden für etwaige Auseinandersetzungen, wo kommt das Geld wohl her? Wer hat da Geld in Hülle und Fülle? Ich tippe auf Saudi Arabien, die mit ihrem islamischen Fundamentalismus expandieren wollen. Ihren Einflußbereich politisch abstecken, vielleicht jetzt wo der Zenit der Einnahmen aus dem Öl erreicht ist. Auch mit der Lage in Syrien wäre ich extrem vorsichtig, was ist da überhaupt genau los? Wer behauptet was und woher bekommt er seine Unterstützung?
Als ich gesehen habe, wie Gaddafi gelyncht wurde, war klar, dass Menschenrechte
von nachrangigem Interesse sind. Mir tun die enttäuschten Frauen leid.
Und sich jetzt die Scharia schönzureden ist ja wohl das Letzte was der Westen tun sollte.
Diese Frühlingsländer brauchen eine wirtschaftliche Perspektive, Wissen, Bildung und Rechtssicherheit.
Keinen Fundamentalismus und Rückfall in dieSteinzeit. Wenn es doch einen muslimischen Staatenbund ähnlich der Eurozone gäbe auf Basis der Menschenrechte, der den Beitritt mit rechtlichen Auflagen verbinden würde und wirtschaftliche Begünstigungen und Perspektiven bieten könnte, wo solche Starterländer mit Hilfestellung aber auch Rahmenregeln stabilisiert würden.
Die Menschenrechte sind kein westliches Teufelswerk und der Islam schreit förmlich nach längst überfälliger Anpassung an die gegenwärtigen Lebensumstände. Mit Handy und PC umgehen, aber kein anderes Buch als den Koran lesen, na dann gute Nacht!
Blindheit? Eher Absicht!
schrieb Peer Spektive in: Sabotage oder Scheitern? Berichte zu nicht verfolgten Spuren geben dem NSU-Fall eine neue DimensionIch glaube ehrlich gesagt nicht daran, dass die NSU ein Produkt der »Unfähigkeit« unserer Geheimdienste ist und dass es sich um Pannen handelt…
http://www.peer-spektive.de/aktuell/der-braune-sumpf-er-stinkt-zum-himmel
übrigens
schrieb Gast in: Krieg in Sicht? Die Lage am Persischen Golf spitzt sich zuganz generell vermisse ich zur einordnung einen kurzen geschichtlichen rückblick um die subjektive bedrohung der einzelnen parteien besser verstehen zu können:
iran hat meinem kenntnisstand nach keine kriege von seinem territorium angefangen, seinerseits wurde eine demokratisch legitimierte regierung mittels us hilfe geschleift und der schah wiedereingesetzt (op.ajax) dann angegriffen vom mit westlicher hilfe aufgerüsteten irak ('80). aus diesem background ließen sich schon begründete ängste ableiten. nix ist bewiesen und trotzdem wird 'zack' aus dem nichts der zahlungsverkehr über swift eingestellt. also so reine paranoia sind das garnicht.
us außenpolitik ist innenpolitik, das erklärt auch, warum die retorik vor jüdischen- und evangelikalen wählergruppen immer besonders drastisch ausfällt. obama sitzt quasi in der falle der republikaner, wenn er nix tut, ist er schwach und nicht in der lage, alles für israel zu geben, engagiert er sich und die straße von hormus fällt wie zu erwarten für den öltranport aus, treibt das den preis für bezin und die amis werden einen teufel tun ihn nochmal zu wählen.
israels regierung steht innen- wie außenpolitisch vor einem ziemlichen scherbenhaufen, scheint mir. ich erkenne keine wirkliche 'linie'. aber die rolle 'israels' läßt sich auch nicht wirklich untersuchen, ohne die öffentlichen antisemitismus reflexe auszulösen. es lohnt aber nach einer rede ahmadinedschads, wenn unsere moralisch einwandfreien un-abgeordnete aufstehen und rausgehen weil es so unglaublich war, selber mal die protokolle im o-text zu lesen, ist doch un, alles gibt's auch auf deutsch. wenn ich schon verarscht werde, dann doch bitte so, daß ich nicht auch noch das gesicht verliere, wenn ich nachbeten muß das 2+2 fünf sind. scheiß öffentliche propaganda! grass hat doch recht, wenn er von einer gleichschaltung der medien redet.
Caspar Bildner:
schrieb Gast in: Tatort Netzwerk Wie weit reichen die Kreise des rechten Terrors? Eine Bestandsaufnahme»So ist es ein Fakt, daß es eine bundesweit und internationale vernetzte Naziszene gibt. Dieses Faktum ist eine Schlussfolgerung aus den belegten Beziehungen zwischen Akteuren und Organisationen. Ein weiterer Fakt ist, daß die NSU Unterstützung einzelner Netzwerknoten dieser Szene erhielt.«
Daß es eine rechtsextreme Szene gibt, ist unbestritten. Was ich aber angesprochen hatte, und sieht man sich diesen Blog wie auch die Berichterstattung über diese Szene wie auch über diese ominöse »NSU« an, ist es unübersehbar, daß diese Szene von V-Leuten und Informanten unterwandert ist wie keine andere. Selbst im Fall des »Thüringer Heimatschutzes«, einer Schöpfung des inzwischen enttarnten V-Mann des Verfassungsschutzes Tino Brandt, und der Mitglieder dieses »NSU-Doppel-Trios« kann man sehen, wie sich dort die Mitarbeiter und V-Leute der verschiedensten Dienste gegenseitig förmlich auf die Füße treten. Genau das nährt den von mir geäußerten Verdacht, daß die Dienste, vorrangig der Verfassungsschutz, diese Szene nicht nur observieren, wie es deren gesetzlicher Auftrag ist, sondern vielmehr auch aufbauen und inszenieren, d.h., sie finanziell, organisatorisch, materiell wie auch ideologisch-propagandistisch päppeln, um sie nach Wunsch steuern und sie je nach politischer Anfordern entsprechend instrumentalisieren zu können. So geschehen im Fall dieser am Reißbrett des VS entstandenen Schöpfung namens »NSU«. Die Gründe dafür sind schon an anderer Stelle ausführlich beschrieben worden:
»Aus diesen und weiteren Informationen folgt die Hypothese, daß die NSU als Teil dieses Netzwerkes agierte:«
Stop: Ist denn die Existenz dieser »NSU-Terrorgruppe« hinreichend erwiesen? Oder deren Täterschaft für irgendwelche Morde, sei es für die Dönermorde, sei es für den Polizistenmord in Heilbronn? Nicht einmal die Bank- und Sparkassenüberfälle, die man der »NSU« öffentlich vorwirft, sind erwiesen.
http://www.fr-online.de/neonazi-terror/zwickauer-terrorzelle-wie-hat-die-nsu-ihre-taten-finanziert-,1477338,11551692.html
»“Tatsächlich sind aber nur drei Banküberfälle Gegenstand des Ermittlungsverfahrens gegen die mutmaßlichen NSU-Aktivisten, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf Anfrage bestätigte.”
»Diese Hypothese wird bislang von der Bundesanwaltschaft bestritten, sie ist nicht bewiesen, aber äußerst wahrscheinlich. Die allgemein bekannte Unterwanderung dieser Szene sowie der zeitweise hohe Fahndungsdruck auf die NSU läßt wiederum die Hypothese unabsichtlicher Ermittlungspannen als eher unwahrscheinlich erscheinen.«
Macht diese Unterwanderung die Existenz einer »NSU-Terrorzelle« wahrscheinlich bzw. den Umstand, daß diese jahrelang unter den Augen der Behörden kreuz und quer durch Deutschland geraubt und gemeuchelt haben soll, und das, ohne auch nur irgendein Bekennerschreiben hinterlassen zu haben?
»Für die Hypothese einer Verstrickung staatlicher Behörden bestehen zahlreiche Indizien, jedoch keine Belege.«
Das gilt für diese »NSU« dito. Hier mal ein interessanter Artikel aus einem Blog, in dem die wesentlichen Widersprüche und Ungereimtheiten dieses Falles (beileibe aber nicht erschöpfend) aufgezählt sind:
»Bemerkenswert ist der überschaubare Ermittlungseifer der Bundesanwaltschaft in Hinsicht auf eine bundesweite Vernetzung:«
Die Reaktionen und die je nach bekanntwerdender Faktenlage permanent sich ändernden Versionen der Behörden sind nur als noch erratisch zu bezeichnen.
»Der einseitige Fokus auf wenige Täter und die Ausblendung komplexerer Hintergründe hat dabei Tradition in deutschen Amtsstuben und reicht Jahrzehnte zurück.«
Einseitig ist dieser Fokus insofern zu nennen, als daß hier nach dem Auffinden der beiden Leichen im Wohnmobil in Eisenach und dem Aufkommen der behördlichen Version einer »NSU-Terrorgruppe« schlagartig alle bis dahin bekannten Ermittlungsergebnisse außer Acht gerieten, sowohl was die Dönermordserie als auch den Polizistenmord von Heilbronn betrifft, und seither konsequent nur noch in einer Richtung ermittelt wird, ungeachtet dessen, daß sich die Widersprüche hier häufen. Noch 2010 und 2011 hatten Medien wie der »Stern« und der »Spiegel« zu diesen beiden Fällen Artikel veröffentlicht, die auf ganz andere Hintergründe hindeuten. Von einem Zusammenhang dieser beiden Fälle war nicht ansatzweise die Rede. Selbst nach dem 04.11.11 erschienene Artikel in den überregionalen Medien wie in der »Welt«, die über Verwicklungen amerikanischer und einheimischer Dienste in den Polizistenmord von Heilbronn berichteten, wurden die Hinweise, die von einer Täterschaft einer rechtsextremen »NSU-Terrorgruppe« wegführen und auf einen anderen Hintergrund verwiesen, permanent ignoriert, so als habe man sich bei den Ermittlungsbehörden eine ganz bestimmte Tätergruppe geeinigt.
»Insofern ist hier durchaus eine Kontinuität zu den Verhältnissen in der alten Bundesrepublik zu erkennen, jedoch sind Gleichsetzungen mit Faschismus dabei wenig hilfreich. So wurde auch nach Ende des Kalten Krieges mit Wissen staatlicher Behörden paramilitärische Strukturen (z.B. »Liste 88«) aufgebaut.«
Ich bin auch nicht bereit, diesen abgenutzten Topos der Linken vom »Nazistaat, der auf dem rechten Auge blind ist« als Erklärungsmuster zu akzeptieren. Allein schon der zeitliche Abstand und der Unterschied der agierenden Personen wie auch die völlig anderen Umstände sollten Grund genug sein, von solchen ideologischen Rechtfertigungen Abstand zu nehmen. Worin ich aber gewisse Übereinstimmungen sehe, ist das Bestreben der Dienste, extremistische Strukturen, hier auf der rechten Seite, aufzubauen und politisch zu instrumentalisieren, und genau da liegt mein Verdacht. Der von mir oben verlinkte Artikel über die Dönermorde, der von doriangrey stammt, liefert hier interessante Belege.
»Eben diese Vernebelung ist auch ein Ziel einer Zellenstruktur à la »Leaderless Resistance«.«
Wo wäre dann aber das Motiv von wahllosen Morden ohne Bekennerschreiben?
»So mangelt es bis zum heutigen Tag an Recherchen, die Zusammenhänge darstellen.«
Die von mir verlinkten Blogs besagen das Gegenteil.
Vielmehr haben die meisten Medien das Thema weitgehend abgeschrieben und begnügen sich mit punktuellen Meldungen über untergeordnete Details.«
Nichtestoweniger wird in den Mainstreammedien wie auch durch Politik und Behörden inzwischen über diesen Fall gesprochen, als seien Existenz und Täterschaft einer »rechtsextremen NSU-Terrorzelle« für alle Morde bereits erwiesen, obwohl die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, geschweige denn ein Urteil ergangen ist. Das sollte eigentlich jedem zu denken geben, der sich mit dem medialen Umfeld dieses Falles beschäftigt.
»Und für den hypothetischen Fall einer staatlichen Verstrickung: Was ist der Zweck von dit janze?«
Zweck von welcher Seite aus gesehen? Seitens der rechtsextremen Szene, sofern sie nicht ganz oder teilweise von den Diensten gesteuert ist? Oder seitens der Behörden wie den Medien, welche diesen Fall für ihre Zwecke ausschlachten. Im konkreten Fall könnte es der alte wiederbelebte Reflex eines NPD-Verbotes sein, der unmittelbar nach Bekanntwerden dieser »NSU« durch die Politik belebte wurde. Aber im Artikel über die Dönermorde auf dem »honigmann«-blog sind einige Antworten auf Ihre Fragen nachzulesen. Ich persönlich bin überzeugt, und das läßt sich an den Reaktionen der Medien nachprüfen, geht es hier den tonangebenden Leuten in den Medien, z.T. in der Politik, vor allem darum, die Scharte auszuwetzen, die ihnen in der Sarrazin-Debatte geschlagen wurden, dessen Buch ein Schlaglicht auf die jahrzehntelangen Lebenslügen dieses Landes geworfen hat. Da die Mainstreamjournaille zähneknirschend feststellen mußte, daß es trotz einer konzentrierten Kampagne nicht gelang, Sarrazin medial so umfassend hinzurichten und dessen persönliche und bürgerliche Reputatin nicht so zu zerstören wie bei anderen Personen des öffentlichen Leben vor ihm. Vor allem mußten sie zur Kenntnis nehmen, daß es ganz offenkundig eine große Mehrheit der Bevölkerung gab, die seine Thesen nicht nur wie gewünscht ablehnten, sondern daß er auf breite Zustimmung in so gut wie allen Schichten stieß, so daß der reflexartige Vorwurf des Rechtsextremismus ins Leere ging.
Da aber damit die Deutungshoheit in Gefahr geriet, die von der medialen Kaste beansprucht wird und die in den letzten Jahren immer mehr abhanden kam, mußte schnellstens ein Fall gefunden werden, der das selbstverbreitete Weltbild eines tiefsitzenden Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit der deutschen Bevölkerung zu stützen schien. Logischerweise wurde der Fall Breivik nach Kräften ausgeschlachtet. Leider erwies sich dieser Fall als zu abwegig und zu andersgelagert, um damit die Öffentlichkeit im gewünschten Sinne beeinflussen zu können. So war es dann ein gefundenes Fressen, als zum ersten Mal von einer »rechtsextremen Zwickauer NSU-Terrorzelle« berichtet wurde. Hier wurden die ohnehin tiefsitzenden und eifrig genährten Ressentiments der Medien gegenüber der ostdeutschen Bevölkerung einerseits bestätigt; zum anderen konnte dieser Fall auf ideale Weise benutzt werden, um den »Kampf-gegen-Rechts« anzuheizen, d.h., gegen den Ewigen Nazi in uns Deutschen, dem alten ideologischen Popanz der 68er.
Da sich inzwischen aber Behörden und Politik, die im üblichen Opportunismus sofort einen Knicks vor dieser Kampagne machten und sich in skandlöser Vorverurteilung der eigenen Bevölkerung inzwischen diese Version zu eigen gemacht haben, soweit aus dem Fenster gelehnt haben, daß ein Zurückrudern ohne größeren Gesichtsverlust kaum noch möglich ist, sehen wir inzwischen ein immer krampfhafter werdendes Bemühen der Bundesanwaltschaft, die sich im Zuge der Ermittlungen häufenden Fakten zu ignorieren. Die stützen eben gerade nicht die Version der Täterschaft einer »NSU«, sondern untergraben diese zunehmend. Vor allem die Hinweise auf die Aktivitäten der Dienste und deren Verwicklungen wie das ständige Mauern und Vertuschen der Dienste zeigen, wie nervös die Verantwortlichen inzwischen geworden sind.
Mal ehrlich: Wären diese Morde tatsächlich von einer rechten »Terrorzelle« begangen worden, vorausgesetzt, man hätte deren Wirken jahrzehntelang nicht erkannt - würden da die Ermittlungen immer noch andauern, und wären da nicht schon längst hieb- und stichfeste Beweise geliefert? Der personelle und materielle Aufwand, der in diesem Fall getrieben wird, läßt sich inzwischen kaum noch steigern. Die rechtsextreme Szene wird seitdem permanent von Razzien und Verhaftungen heimgesucht bis an die Grenze der Rechtsstaatlichkeit und darüber hinaus. Trotz alledem gibt es noch immer keine Anklage, geschweige denn, das ein Urteil in Sicht ist. Bei aller Objektivität: Wie soll man da anders nennen als eine großangelegte Vernebelungs- und Verzögerungstaktik, um der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen und ihre Aufmerksamkeit einschläfern zu lassen? Oder aber man versucht, den blamablen Zusammenbruch der Beweiskette noch hinauszuzögern, solange es geht. Die schlechtere und gefährlichere Variante wäre, daß man sich hinter den Kulissen eine Art Schauprozeß zurechtbastelt, um mit abgekarteten Zeugenaussagen und (noch stärker als jetzt) manipulierten Beweisen einen gewünschten Schuldspruchzu erreichen. Das wäre wohl kaum das, was wir uns wünschen können.
Nachtrag XII
schrieb Caspar Bildner in: Tatort Netzwerk Wie weit reichen die Kreise des rechten Terrors? Eine Bestandsaufnahme-
Eine äußerst bemerkenswerte Spur hat der apabiz NSU-Blog aufgetan. Der NSU wurde im »Weissen Wolf«, einem »zentralen Fanzine für Mecklenburg-Vorpommern«, schon 2002 gegrüßt:
„Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen ;-) Der Kampf geht weiter…“. Dieser Satz steht – fett und deutlich hervorgehoben – mitten im Vorwort der Ausgabe 1/2002 (Nr. 18) des neonazistischen Fanzines „Der Weisse Wolf“. […] Der heutige Abgeordnete der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, David Petereit, war lange Jahre eine zentrale Figur des „Weissen Wolf“.
Dabei ist offenbar die Gruppe gemeint, denn das Kürzel wurde ansonsten in der Szene nicht benutzt, der Gruß richtet sich an den NSU. Zu diesem Zeitpunkt hatte die NSU bereits 4 Morde begangen: in Nürnberg, Hamburg und München. Sind das die »Früchte« des »Kampfes« der weitergehen soll? Zu Petereit Wikipedia:
David Petereit galt als führender Kopf der »Kameradschaft Mecklenburgische Aktionsfront« (M.A.F.) aus dem Raum Neustrelitz. Diese Kameradschaft wurde vom Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns am 20. Mai 2009 als verfassungsfeindlich verboten. Petereit ist Herausgeber der vom Verfassungsschutz als neonazistisch eingestuften Publikation Der weiße Wolf. Das Heft war 1996 in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg als »Rundbrief für Kameraden« gegründet worden. Petereit wirkt auch in dem »Kulturkreis Mecklenburg-Strelitz« und der 2009 verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) mit.
Dies darf nur als eine weitere Spur zu einem bundesweiten Netzwerk des NSU gelten, dessen Existenz kaum noch abzustreiten ist. Dazu passt auch der Einleitungstext im »Weissen Wolf«:
„Wenn die Zeiten härter werden – muß der Kampf es auch werden. Unterstützt die Kameraden in Haft, im Rechtskampf, auf der Straße, bildet Netzwerke – nur vom Musikhören und Feiern kommt die Wende nicht“.
Diese Formulierung scheint sich auf den Uwe Mundlos zugeschriebenen Beitrag »Gedanken zur Szene« aus dem Blatt »White Supremacy« von 1998 zu beziehen:
Es ist ein Aufruf zur Ernsthaftigkeit, es wird gewettert gegen solche, die »nur im szenetypischen Aussehen herumlaufen und auf Konzerte (…) fahren oder mit Kameraden in der Kneipe saufen«. Viele Kameraden würden sich nicht »den Kampf zum Lebensinhalt« machen, sondern »das Vergnügen«.
Interessanterweise hat Petereit auch die Musik von Daniel Giese vertrieben, der das Lied »Döner-Killer« schrieb. Anscheinend äußert er sich dabei affirmativ zu Gieses Lied und belastet diesen und sich selber somit schwer. Die SZ:
Einer, der »Gigi und die Stadtmusikanten« zumindest als Einkommensquelle zu schätzen weiß, ist David Petereit. […] Nebenher betreibt er einen Versandhandel, in dem es allerlei Musik gibt, die das rechtsextreme Herz erfreut, darunter auch die neueste Scheibe von »Gigi und die braunen Stadtmusikanten«, die auf der Webseite von Petereits Versandhandel folgendermaßen angepriesen wird: »Euch erwartet so manche Überraschung, das verspreche ich schon mal! Politik und Satire jagt Ironie und Realität!«
David Petereit wiederum kämpft gegen den Goliath namens deutsche Sprache, indem er auf der Webseite der NPD Landtagsfraktion im Schweriner Landtag verlauten läßt, der Gruß an die NSU sei ihm »weder bekannt noch erinnerlich«: Schön, wenn jemand erfolgreich darin ist, die eigene Aussage noch innerhalb eines Satzes zu relativieren.
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NDR Zapp berichtet über die juristischen Bemühungen des Nordkuriers, vom Land Mecklenburg-Vorpommern Auskünfte über den Kenntnisstand des Verfassungsschutz zu erhalten. Denn schon 1999 sollte der NPD-Bundesvize und Landesvorsitzende Hans Günter Eisenecker die Vertretung von Beate Zschäpe übernehmen. Daher wurde seine Schweriner Kanzlei observiert. Carsten Schulze hatte mit Ralf Wohlleben zusammen im Februar 1999 den mittlerweile verstorbenen Eisenecker besucht, der eine Vollmacht zur Vertretung von Zschäpe erhielt. Ein Kontakt nach MVP kam also via NPD zustande. Der Gruß den NPD-Mannes Petereit folgte dann drei Jahre später 2002, der Mord in Rostock 2004.
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Offene Fragen:
- Wodurch finanzierte sich der NSU? Das Geld aus den Banküberfällen ist gesichert nicht ausreichend gewesen.
- Warum wurden die Ermittlungen nach 2001 nicht weiterverfolgt?
- Welche V-Personen waren im Umfeld der Gruppe aktiv?
- Gehen weitere Anschlag auf das Konto des Jenaer Trios oder Neonazi-Strukturen, die nach dem gleichen Prinzipien agierte? So gibt es Parallelen durch fehlende Bekennerschreiben, durch Anschläge auf gut integrierte Einwanderer (Düsseldorf) sowie auf Anschläge auf Sprachschüler (1994 in Salzburg und 2000 in Düsseldorf).
- Warum betreiben die Behörden eine Medienpolitik durch gezielte Leaks, während den PM kaum etwas zu entnehmen ist?
- Warum geht die BAW und das BKA nur zögerlich und widerwillig Spuren eines bundesweiten Netzwerkes nach? Bisher wurde ein solcher Zusammenhang immer abgestritten.
- Warum befragen oder arrestieren o.g. Behörden nicht zentrale Figuren dieses Netzwerkes sondern lassen ihnen Zeit sich abzusprechen und Beweismittel zu vernichten?
- Warum wird das direkte Umfeld der NSU nicht der Bildung einer terroristschen Vereinigung beschuldigt?
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Die taz verfügt über ein geheimes Papier des Bundesamt für Verfassungsschutz von 2004 mit dem Titel: »Gefahr eines bewaffneten Kampfes deutscher Rechtsextremisten – Entwicklungen von 1997 bis 2004«. Die Gefahr rechter Gewalt wird darin aus heutiger Sicht deutlich unterschätzt:
Um die Jahrtausendwende stellten die Behörden bei Neonazis immer wieder Pistolen und Gewehre, Rohrbomben und Strategiepapiere für den bewaffneten Kampf im Untergrund sicher. Von einem „nicht zu unterschätzenden Arsenal an Waffen, Sprengstoff und Munition“ schreibt der Verfassungsschutz in seiner internen Analyse zur Entwicklung der Szene. Vor allem in den Jahren 1999 und 2000 hätten sich mehrere „Verdachtsfälle für einen bewaffneten Kampf“ feststellen lassen. […] „Für einen planmäßigen Kampf aus der Illegalität heraus, wie ihn auf linksextremistischer Seite die ’Rote Armee Fraktion‘ (RAF) führte, fehlt es derzeit bei Rechtsextremisten nicht nur an einer Strategie“, heißt es in dem Papier von 2004, „sondern auch an geeigneten Führungspersonen, Logistik, finanziellen Mitteln sowie einer wirkungsvollen Unterstützerszene.“ Falls sich doch eine rechtsextreme Gruppe zu Anschlägen entschließen sollte, dann nur in Form eines „Feierabendterrorismus“, glaubte der Geheimdienst. „Mit Anschlägen auf Objekte ist eher zu rechnen als mit solchen auf Personen.“ […] In der unter Verschluss gehaltenen Analyse des Bundesamts für Verfassungsschutz von 2004 taucht das „Blood & Honour“-Netzwerk hingegen noch nicht mal auf.
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Die taz hat in den Ermittlungsakten Spuren des Netzwerkes gefunden:
Später soll Zschäpe ebenjene 0162-Nummer auch dafür benutzt haben, um mit mutmaßlichen Terrorhelfern zu telefonieren, wie eine Auflistung der Daten in den Akten zeigt. Der Nationalsozialistische Untergrund hatte ein ganzes Netz brauner Helfer. Kameraden aus dem „Thüringer Heimatschutz“, der „Weißen Bruderschaft Erzgebirge“ und dem „Blood-and-Honour“-Netzwerk.
12 Männer und Frauen führt die Bundesanwaltschaft als Beschuldigte. Sie sollen den Terroristen Wohnungen besorgt, Waffen beschafft, Krankenkassenkarten, Führerscheine und Bahncards überlassen oder Mundlos und Böhnhardt dabei geholfen haben, sich legale Tarnpapiere zu erschleichen. Irritierend ist, wie offen manche der mutmaßlichen Terrorhelfer Kontakt zum Nationalsozialistischen Untergrund halten konnten. So berichteten Nachbarn aus der Polenzstraße, dort Susann E. gesehen zu haben, gegen die inzwischen auch ermittelt wird.
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Und auch zum Blood & Honour Netz weiß die taz Neues zu berichten. So soll der Kontakt des NSU zu dem sächsischen Ableger bereits auf die Zeit vor dem Abtauchen zurückgehen – zu der Chemnitzer Gruppe Chemnitz 88 um Thomas Starke und Jan Botho Werner. Thomas Starke soll nach Aussagen »mutmaßlicher Helfer« – offenbar Holger Gerlach – den Sprengstoff organisiert haben, welchen die Polizei 1998 in der Garage in Zwickau gefunden hat. Mitunter wurde spekuliert, ob das TNT aus Bundeswehrbestände stammt.
Enge Kontakte zu »Blood and Honour« pflegten Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe seit mindestens 1996. Mundlos, so erfuhr der Thüringer Verfassungsschutz später, soll mit zwei sächsischen B-&-H-Mitgliedern seit jenem Jahr regelmäßig auf Konzerte gegangen sein. Die beiden waren Teil jener Chemnitzer Skinheads, die sich auch die »88er« nannten […].
Als Chef der Gruppe galt B-&-H-Mann Thomas S. […] Als Kontaktadresse für White Supremacy war das Postfach 18 in 01720 Wilsdruff angegeben - das nutzte auch der heute 37-Jährige Jan W. für ein von ihm betriebenes Neonazilabel. W. war bei B & H nicht irgendwer, sondern Chef der sächsischen »Sektion« des Neonazinetzes. […] Im Brandschutt der letzten Wohnung des NSU in Zwickau haben die Ermittler nun ein Dokument aus genau jenen Zeiten gefunden: Eine Kopie der Vernehmung von Jan W. im »Landser«-Verfahren vom Januar 2002. […] 1998 soll das Trio Sprengstoff von einem sächsischen »Blood and Honour«-Mann bekommen haben.
Wenn also Thomas Starke vor 1998 tatsächlich Sprengstoff an die NSU geliefert haben sollte, so wäre dies in der Tat äußerst bemerkenswert, da er im Landser-Prozess Ende 2000 belastende Aussagen über den – teils von V-Personen organisierten – Vertrieb der CD »Ran an den Feind« machte. Dies erzeugt einmal mehr den Eindruck einer Verstrickung auch sächsischer Behörden – insbesondere da TNT schwer beschaffbar ist. Demnach wäre der NSU ein Projekt des sächsischen VS gewesen, übernommen vom Thüringer VS, nachdem ein störrischer Staatsanwalt die Sache 1998 aus dem Ruder laufen ließ – koodiniert wurde die Übernahme in diesem Falle in Köln.
Darüber hinaus wurde mit Jan Botho Werner eine Person aus dem engeren Umfeld des NSU vernommen: Die Vernehmung von Jan W. war wahrscheinlich Teil der Prozessakten, die über seinen Anwalt an ihn und dann an die NSU gekommen sein könnte: Dennoch ist dies sehr merkwürdig. Der Geldfluß bei Landser ist ohnehin interessant, dazu das AIB:Da der Produzent Jan Werner die weit mehr als 44.000 DM bereits im Vorfeld der CD aufzubringen hatte, musste er sich zwangsläufig finanzielle Unterstützung besorgen. Bei den Ermittlungsbehörden gab Werner zu Protokoll, dass er sich für die CD-Produktion 26.000 DM vom Betreiber des polnischen Labels »SubZero« geborgt hätte.
Das Netzwerk und Thomas Starke bezeichnet das Blatt als »pseudokonspirativ«:
Stattdessen gerieten ungeschulte, ausschließlich auf Geld- und Profilierung bedachte “Karrieristen”, vornehmlich aus dem Kreis von Blood & Honour, in Schlüsselpositionen des Landser-Systems. Exemplarisch hierfür steht Thomas Starke, der sich im Jahr 2000 in die CD-Produktion einkaufte und später umfangreiche Aussagen bei den Ermittlungsbehörden machte. In diese Schublade kann auch der Landser-Drummer Christian Wenndorff gesteckt werden. Der prahlte gegenüber Mädchen mit seiner Mitarbeit bei Landser und ließ sich als deren Drummer in einer Chemnitzer Diskothek als “Halbgott” feiern.
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Einen Strauß neuer Informationen bietet Andreas Förster: Ein dritter Schuß soll nach Ermittlungspapieren in Eisenach gefallen sein, das Wohnmobil mit Papier angezündet worden sein. Zschäpe muß offenbar von einer vierten Person von den Tod ihrer Kameraden informiert worden sein, da noch keine Meldungen existierten. Zudem war sie zuvor beunruhigt, daß ihnen etwas zugestoßen sein könnte, da sie sich nicht meldeten. Auch scheint sie die Bekennerfilme daraufhin nicht von zu Hause mitgenommen zu haben, da sie keine Tasche trug. Nach ihrer Flucht telefonierte sie dreimal mit André Eminger, zu dessen Haus sie daraufhin rannte.
Beate Zschäpe ist beunruhigt. Dass ihre beiden Freunde unterwegs sind, geschieht zwar häufig. Doch offenbar hat sie schon seit dem Vortag keine Nachricht mehr von ihnen. Für diese Annahme spricht, dass sie um 10.34 Uhr ihren Laptop anmacht und im Internet surft. Die spätere Auswertung des Internetprotokolls ergibt, dass Zschäpe bis 12.43 Uhr die Seiten mehrerer Zeitungen und Radiostationen aufruft und dort nicht etwa nach dem Polizeibericht, sondern nach Meldungen über Autounfälle am Vortag sucht. […] In dieser Zeit, vermutlich in den 54 Minuten zwischen 13.26 und 14.20 Uhr, muss sie aus zuverlässiger Quelle vom Tod ihrer Freunde erfahren haben. Aber wie? Im Internet gab es bis dahin keine Meldung über die Vorgänge in Stregda.
Förster geht von einer weiteren Person aus, die vom Tod in Zwickau wußte. Dies deckt sich mit der dritten Person, die von dem Wohnmobil weggelaufend gesehen wurde – auch wenn dafür bislang keine sicheren Quellen vorliegen. Zudem zieht Förster die Version des Selbstmordes in Zweifel, zu schnell sei der Ablauf. Geht man davon aus, daß Zschäpe beunruhigt war, weil ihre Kameraden sich am Vortag meldten wollten, erscheint nun doch wahrscheinlich, daß sie am 4.11. schon tot waren.
- Hier nochmal der Hinweis auf zwei excellente Recherchen: Friedensblick bietet einen umfangreichen, quellenreichen Überblick zu den Taten der NSU und dem Ermittlungsstand. Die ARD sendete einen Beitrag zur Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Manfred Roeder und Friedhelm Busse – und somit unausgesprochen führende Gladio-Kader.
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Andrea Röpke beschäftigt sich im »Blick nach Rechts« mit Blood & Honour, der Weigerung der sächsischen Behörden, gegen diese Struktur zu ermitteln, und den Verbindungen zu Matthias Fischer in Fürth.
Bereits 2006 erkundigten sich die damals ermittelnden Beamten der Soko Bosporus nach den führenden Neonazis im „Großraum Nürnberg«.
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Bereits Ende November sendete Frontal21 eine Recherche zum Blood & Honour Netzwerk unter dem Titel »Terrortrainig im Untergrund: Verbindungen zu militanter Neonazi-Organisation«. Darin geht es um die Beziehung von Andre und Maik Eminger zu dem Hildesheimer Ladeninhaber (Jo-)Hannes Knoch. André Eminger ist nach derzeitigen Ermittlungsstand einer der wichtigsten Unterstützer der NSU und wurde noch im August 2011 von Knoch herzlich empfangen. Das Bündnis gegen Nazis schreibt zu Hannes Knoch, daß dieser den Militärausrüstungsladen »Dezentral« in der Garnisionsstadt Munster sowie den Tatoo-Laden »Last Resort« in Hildesheim betreibt und die Nahkampfschule »Close Combat School« mit Hannes Franke in Munster eröffnet hat (vorher bzw. seit 1998 auch unter den Namen »Combat & Survival School« und »Warrior Survival School«). Laut Frontal21 ist Hannes Knoch ein »Netzwerker« der Kontakte zu »Militärs und Ex-Militärs im In- und Ausland« plegt, und bietet »Militärtrainings für Rechtsextreme«. Er sei in der Lage militärisches Wissen in die rechte Szene zu tragen und zu vervielfältigen. In der Schule können »fortgeschrittene Scharfschützentechniken« erlernt werden. Frontal21 sieht Parallen der Ausbildung zum »Leaderless Resistance«- Konzept von Blood & Honour. Die Texte in dem NSU-Bekennervideo benutzen Formulierungen aus einem deutschen Blood & Honour - Handbuch. Der Blog »Berlin rechtsaußen« schrieb:
Die Blood & Honour-Gruppe im niedersächsischen Hildesheim galt Ende der 1990er Jahre als Verfechterin eines Kurses, Blood & Honour zu einer „politischen Kampfgemeinschaft“ mit 25-Punkte-Programm zu formieren. 1999 veranstaltete Blood & Honour Hildesheim einen Liederabend, in dem das Duo Eichenlaub aus Jena auftrat, das kurz zuvor ein Solidaritätslied für die untergetauchten Böhnhardt, Zschäpe und Mundlos veröffentlicht hatte. Die ZDF-Sendung Frontal 21 machte unter den Zuhörer_innen dieses Konzertes den heute inhaftierten mutmaßlichen NSU-Unterstützer Holger Gerlach aus.
Exponenten von Blood & Honour in Hildesheim waren zu dieser Zeit Johannes K. und Hannes F. […]
F. und K. eröffneten Tätowierstudios in Munster bei Lüneburg und Hildesheim sowie ein Ladengeschäft in Munster, das sich auf „spezielle Ausrüstung“ für Soldaten und Paramilitärs spezialisiert hat. Bereits 1998 hatte K. eine Warrior Combat and Survival School gegründet, die paramilitärische Trainings wie Scharfschützenausbildung anbietet. In den Folgejahren fielen immer wieder Kameraden aus dem „alten“ Kreis von Blood & Honour sowie Angehörige der neonazistischen Kameradschaftsszene (insbesondere aus dem Raum Magdeburg) als Teilnehmer der „Trainings“ der Warrior Combat and Survival School auf. Diese Verbindungen wurden K. (fast) zum Verhängnis. 2007 veröffentlichten antifaschistische Gruppen umfangreiche Recherchen zur „legalen“ Hildesheimer Wehrsportgruppe. Nicht nur in Munster avancierte dies zu einem Top-Thema, sondern auch in der Schweiz, wo auf einem Wehrsportlager („Sommercamp“) der Warrior Combat and Survival School ein Schweizer Militärfahrzeug festgestellt worden war.
Die Schule in Munster steht in der Tradition der »Nothilfe – technische Übungs- und Bereitschaftsstaffel« (auch Wehsportgruppe Jürgens) im nahen Bergen, welche der Arzt Udo Jürgens in den 1980er anführte – er war befreundet mit dem Gladio-Depotmeister Heinz Lembke. Eine weitere Parallele ist die Sportschulde Hak Pao des Bernd Schmitt, der 1994 im Zuge des Solinger Anschlags als V-Person enttarnt wurde. Seine Schule vereinte nämlich ebenso Kampfsport und Ordnerdienste, dort wurden Kurse wie »Special-Forces-Combat-Karate« angeboten – sie diente auch zum Aufbau von Wehrsportgruppen.
Knoch ist allerdings nun pleite, die Begründung jedoch nicht glaubhaft – möglicherweise wurde der Laden aufgrund der Gesinnung des Eigentümers boykottiert. Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung:
Bei einer Observation im Sommer 2000 fotografierten sächsische Verfassungsschützer die rechtsexteme »Weiße Bruderschaft« in Johanngeorgenstadt. Dabei wurde offenbar auch Uwe Mundlos, der damals im Untergrund lebte, fotografiert.
- Das AIB präsentiert einen Bericht zu V-Personen. Helmut Roewer war zuvor im Bundesinnenministerium für den Verfassungsschutz als Ministerialrat zuständig.
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Eine weitere Panne der Vollständigkeit halber (Frontal21 28.02.2012):
Bei einer Observation im Sommer 2000 fotografierten sächsische Verfassungsschützer die rechtsexteme »Weiße Bruderschaft« in Johanngeorgenstadt. Dabei wurde offenbar auch Uwe Mundlos, der damals im Untergrund lebte, fotografiert. Doch erst elf Jahre später, im November 2011, übermittelte der Verfassungschutz die Observationsfotos an das Bundeskriminalamt (BKA).
- Laut einer ARD Reportage wollten sich Zschäpe und Böhnhardt im Jahre 2000 stellen, Mundlos verhindert dies.
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Die taz und der MDR beschäftigen sich mit der Aufklärung in Thüringen. Das Innnenmisteirum möchte den Gasser-Bericht von 2002, welcher sich mit den Mauscheleien beim Thüringer VS unter Helmut Roewer beschäftigt, gerne geheim halten. Andreas Speit in der taz:
Der Referatsleiter 22 hatte [den V-Mann Thomas] Dienel allerdings als „Spinner“ und Wichtigtuer“ eingeschätzt. Doch auch ein Alkoholismusproblem und Vorstrafen verhinderten Dienels V-Mann-Karriere nicht. Es kam zu 93 Treffen, über 287.000 DM erhielt der Neonazi. Mit Geld des VS soll Roewer in Erfurt drei Jahre zuvor den Heron-Verlag gegründet haben. Beim Amtsgericht wurde der Verlag, den die Frau des Referatsleiters 43 (Spionageabwehr) leitete, mit einem Stammkapital von 50.000 DM eingetragen. Über fingierte Werksverträge erhielten VS-Mitarbeiter Honorare, für die keine Leistungen erwartet wurden. Knapp 400.000 Mark sollen so verschoben worden sein, darunter einmal 39.200 und einmal 70.000 DM an Roewer. Die Finanzierung des Verlags, so der Bericht, sei aus der „Beschaffungskasse“ des Amtes erfolgt.
Neben des 200.000 DM an Tino Brandt flossen also 287.000 DM an Thomas Dienel. Zählt man die 400.000 DM hinzu, floss ein Millionenbetrag für den Aufbau der rechten Szene in Thüringen. Auch wenn der Geldfluss teils aufgeklärt ist, die Motivation bleibt unklar.
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Bei dem Versuch, die Mitglieder der NSU am 8.8.1998 bei Ausreise nach Südafrika zu fassen, waren zwei andere Thüringer Nazis an Bord:
Die Neonazis André K. und Mario B., die die späteren Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) aus dem Kameradschaftszusammenschluss „Thüringer Heimatschutz“ kannten, flogen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes weiter nach Johannesburg und besuchten den nach Südafrika ausgewanderten rechtsextremen Publizisten Claus Nordbruch auf dessen Farm. Mario B. soll dort das Fallschirmspringen geübt haben. Nordbruch selbst will Fragen zu dieser Zeit nicht beantworten.
- Der MDR berichtet in »Chronologie des Versagens« am 15.5.2011, daß Trio habe sich nach dem Abtauchens wahrscheinlich 2 Wochen in der Wohnung von Ralf Wohlleben aufgehalten. Danach haben sie sich aufgrund des Fahndungsdruckes in dessen Auto nach Chemnitz abgesetzt – mit Wissen des Verfassungsschutzes, der diese Information für sich behielt. Dazu auch ein Interview. Die FAZ stellt das Ergebnis der Schäfer-Kommission vor, welche die Hilfestellung des LKA und des VS in Thüringen beim Abtauchen dokumentiert. So verriet der VS Mundlos Eltern die Telefonüberwachung, informierte dagegen daß LKA nicht über Verhandlungen des Trios mit der Staatsanwaltschaft. Die Behörde soll sich unter Helmut Roewer in einem chaotischen Zustand befunden haben, wie auch der Gasser-Bericht vom Sommer 2000 darstellte. Nach dem Schäfer-Bericht hätte eine korrekte Quellenauswertung des VS diesen fraglos auf die Spur des NSU geführt. Laut der taz fanden die Fahnder Ende 1998 einer der Garagen in Jena, in denen auch Sprengstoff gefunden wurde, den Namen des Chemnitzer Blood & Honour - Aktivisten Thomas Starke. Der Name fand sich in einer Adressliste, welche nicht zur Fahndung genutzt wurde. Starke soll nach bisherigen Erkenntnisstand in Chemnitz eine Wohnung für den NSU organisiert haben.
- Die Thüringer Allgemeine berichtet über die zahlreichen vom VS verratenen Durchsuchungen in der Region.
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Über Chaos bei den Ermittlungsbehörden in Thüringen berichtet auch der Spiegel:
Eine Untersuchungskommission unter Leitung des ehemaligen Bundesrichters Gerhard Schäfer stellte fest, dass die spezialisierten Fahnder zwischen Februar 1998 – dem Monat nach dem Abtauchen des Trios – und März 2002 weder Ermittlungsergebnisse festhielten noch Auswertungsberichte schrieben. Im Landeskriminalamt herrschte offenbar Chaos. Der Chef der Ermittlungsgruppe Rechtsextremismus sagte der Schäfer-Kommission, nicht er, sondern die Zielfahndung sei für die Suche „federführend“gewesen. Der zuständige Zielfahnder berichtete das Gegenteil.
- Der MDR berichtet über die Befragung ehemaliger Politiker in Thüringen. Der Erkenntniswert ist gering, der erste Präsident des Thüringer VS beklagt Eingriffe des Innenministeriums in seine Behörde.
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Einige interessante Zeugenaussagen finden sich in dem ARD Radiofeature »Rechter Terror: tödlich unterschätzt«. Zur Tatwaffe sagt Carsten Schultze:
Carsten S. entschließt sich, umfangreich auszusagen. Schnell wird klar, dass er sehr wohl Kenntnis von Straftaten hat, den Untergetauchten half, über eine versteckte Handykarte Anweisungen bekam. Ralf Wohlleben soll ihm operative Anweisungen gegeben haben. Unter anderem, eine Waffe zu besorgen. Und zwar nicht irgendeine, sondern möglichst eine deutsche Waffe mit Schalldämpfer. Und das habe er dann auch getan, soll Carsten S. den Ermittlern im Februar erzählt haben. Die Ermittler fragen nach: Wirklich eine Waffe mit Schalldämpfer? Ja, sagt S. – und dass der Schalldämpfer eine Art Zugabe des Verkäufers gewesen sei. Fotos von Waffen werden angesehen. Carsten S. verifiziert die Ceska.
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Einmal mehr berichten die Medien von bedauernswerten Pannen. Die Welt über den Polizistenmord von Heilbronn:
An dem Kontrollpunkt Oberstenfeld in Richtung Autobahn notierten Beamte am Tattag 20 Kennzeichen von auffälligen Fahrzeugen, darunter gegen 14.37 Uhr das Wohnmobil mit der Chemnitzer Nummer C-PW 87. Die Fahnder beabsichtigten daraufhin, die Fahrzeughalter zu ermitteln. Aber dieser Schritt, so der Bericht, wurde »zurückgestellt« – und auch später nicht gegangen. Binninger bewertet das so: »Durch die Ringalarmfahndung war man den Tätern so nah wie noch nie.« Aber man habe es versäumt, die notierten Kennzeichen umfassend und konsequent zu überprüfen.
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Erkenntnisse der Bundestags-Ermittlungsausschußes deuten darauf, daß der bayrische Innenminister Günther Beckstein die Übernahme des BKA bei der Ceska-Mordserie und somit einen Schritt zu deren Aufklärung aktiv verhinderte. Das Neue Deutschland:
Falls man BKA-Führerschaft anstrebe, empfände man das als »Kriegserklärung«, verlautete aus dem Münchner Innenministerium. Kurz darauf fand eine Innenministerkonferenz (IMK) statt. Aktueller Chef der IMK war Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU). Die Entscheidung wurde vermutlich bei einem der IMK-traditionellen Kamingesprächen gefällt, bei denen gibt es zwar Wein doch kein Protokoll. Statt dem Wunsch des für solche übergreifenden Ermittlungen erdachten BKA zu folgen, ließ man die Hoheit bei der seit Jahren erfolglosen »Bosporus«-Ermittlern in Nürnberg. Ihnen stellte man eine Art Mini-BKA zur Seite, die Steuerungsgruppe. Unter Führung der überforderten »Bosporus«-Polizisten und geleitet von Oberstaatsanwalt Kimmel arbeiteten darin die von den - wie man heute weiß - NSU-Morden betroffenen fünf Länder. Das kompetente BKA platzierte man am »Katzentisch«.
Somit kommen immer mehr Spuren zusammen, welche die Obstruktion der Ermittlungen in Bayern aufzeigen.
Fakten, Schlussfolgerungen und Hypothesen
schrieb Caspar Bildner in: Tatort Netzwerk Wie weit reichen die Kreise des rechten Terrors? Eine BestandsaufnahmeZunächst: Sowohl der Beitrag also auch die Nachträge haben einen experimentellen Charakter und entsprechen nicht immer den Konventionen klassischer Recherche: Daß die Nachträge aufgrund fortlaufender Ergänzungen etwas chaotisch erscheinen, liegt in der Natur eines »Rechercheblogs«. Zu gegebener Zeit wird daraus ein geordneter Nachfolgeartikel, ich hätte die Nachträge nicht unbedingt online stellen müssen.
Dennoch gilt es hier drei Schritte zu trennen: Fakten, logische Schlussfolgerung und Hypothesen. So ist es ein Fakt, daß es eine bundesweit und internationale vernetzte Naziszene gibt. Dieses Faktum ist eine Schlussfolgerung aus den belegten Beziehungen zwischen Akteuren und Organisationen. Ein weiterer Fakt ist, daß die NSU Unterstützung einzelner Netzwerknoten dieser Szene erhielt.
Aus diesen und weiteren Informationen folgt die Hypothese, daß die NSU als Teil dieses Netzwerkes agierte: Diese Hypothese wird bislang von der Bundesanwaltschaft bestritten, sie ist nicht bewiesen, aber äußerst wahrscheinlich. Die allgemein bekannte Unterwanderung dieser Szene sowie der zeitweise hohe Fahndungsdruck auf die NSU läßt wiederum die Hypothese unabsichtlicher Ermittlungspannen als eher unwahrscheinlich erscheinen.
Für die Hypothese einer Verstrickung staatlicher Behörden bestehen zahlreiche Indizien, jedoch keine Belege. Bemerkenswert ist der überschaubare Ermittlungseifer der Bundesanwaltschaft in Hinsicht auf eine bundesweite Vernetzung: Der einseitige Fokus auf wenige Täter und die Ausblendung komplexerer Hintergründe hat dabei Tradition in deutschen Amtsstuben und reicht Jahrzehnte zurück. Insofern ist hier durchaus eine Kontinuität zu den Verhältnissen in der alten Bundesrepublik zu erkennen, jedoch sind Gleichsetzungen mit Faschismus dabei wenig hilfreich. So wurde auch nach Ende des Kalten Krieges mit Wissen staatlicher Behörden paramilitärische Strukturen (z.B. »Liste 88«) aufgebaut.
Letzlich sind diese Erkenntnisse aber belanglos, wenn sich das Gros der deutschen Medien und die Politik sich mit diesen Fragen nur oberflächlich beschäftigen. Tatsächlich überfordert die Komplexität der Strukturen die Methoden klassischer Nachrichtenaufbereitung: Eben diese Vernebelung ist auch ein Ziel einer Zellenstruktur à la »Leaderless Resistance«. So mangelt es bis zum heutigen Tag an Recherchen, die Zusammenhänge darstellen. Vielmehr haben die meisten Medien das Thema weitgehend abgeschrieben und begnügen sich mit punktuellen Meldungen über untergeordnete Details.
Und für den hypothetischen Fall einer staatlichen Verstrickung: Was ist der Zweck von dit janze? Historisch betrachtet die »Strategie der Spannung«. In diesem Falle wäre die NSU ein Testballon für die Neufassung dieser Strategie gewesen, um die Zusammenarbeit zahlreicher Akteure in einer konspirativen Situation zu erproben. Die in einem solchen Experiment hervorgegangenen Strukturen wären dann für den Fall zunehmender sozialer Spannungen relevant geworden. Dabei kann in diesem Versuchsaufbau keineswegs ausgeschlossen werden, daß das »Experiment« außer Kontrolle geriet. Doch solche Annahmen sind nun wirklich durchweg Spekulation, die ich nicht vertiefen möchte: Dies ist lediglich die Frage, was denkbar ist.
Zunehmendes Chaos
schrieb Gast in: Tatort Netzwerk Wie weit reichen die Kreise des rechten Terrors? Eine BestandsaufnahmeWas mir an Ihrem Nachtrag XI auffällt, ist die zunehmende Konfusion der Berichterstattung wie auch die immer verzweifelt werdende Bemühung internationaler rechtsextremer bzw. Ku-Klux-Klan-Verbindungen zum rechtsextremen »NSU-Doppel-Trio«. Diese steht in offenkundigem Widerspruch zu den bei aller Kritik sachlich fundierten und mit Belegen wohlversehenen anderen Nachträgen. Könnte es unter Umständen sein, daß Ihnen die Entwicklungen während der Ermittlungen in diesem Fall, vor allem aber das erratische Verhalten der Behörden, zunehmend die Grundlagen für die Prämisse dieses gesamten Blogs unter den Füßen wegziehen, hier hätte sich eine rechtsextreme Terrorzelle quer durch Deutschland gemeuchelt und wäre für die Dönermordserie wie auch dem Polizistenmord von Heilbronn verantwortlich?
Denn wenn Sie einmal in Ruhe Ihre Beiträge durchlesen, wo sich das Wirken und der Hintergrund der verschiedensten Dienste und Behörden vom Verfassungsschutz über den MAD hin zum BKA wie ein roter Faden ziehen, dann müßte doch einem etwas unvoreingenommen Betrachter längst aufgefallen sein, daß diese »NSU-Terrorgruppe« inklusive des größten Teils der rechtsextremen Szene in Deutschland eine Inszenierung dieser Dienste sind.
Die Frage freilich, welchen Sinn diese Inszenierung hat und wem sie dient, müssen Sie sich selber stellen. Eine Variante, nämlich den üblichen linken, seit den 68er Zeiten eingeschliffenen Reflex vom »deutschen Nazi-Staat, der auf dem rechten Auge blind ist«, können Sie allerdings schon auf Grund des aktuellen Datums - wir schreiben anno domini 2012 - konsequent ausschließen.
Ich empfehle Ihnen deswegen einen Blog, wo es ebenfalls um die Hintergründe dieser sog. »NSU-Terrorzelle«, vor allem über die Berichterstattung in den Medien darüber, geht. Der könnte für Sie unter Umständen sehr aufschlußreich sein.
http://www.politplatschquatsch.com/2011/12/nsu-weniger-hats-schwer.html
Neonazis und Islamisten, unser doppelter Albtraum
schrieb Caspar Bildner in: Rechte Militärs? Erste Spur bei französicher Mordserie deutet auf rechtsradikale FallschirmjägerPresseurope: Neonazis und Islamisten, unser doppelter Albtraum.
Die ersten Verdächtigen in den Morden von Toulouse und Montauban waren drei ehemalige Fallschirmjäger mit neonazistischen Neigungen. Das Blutbad von Utøya hingegen wurde zunächst dem islamistischen Terrorismus zugeschrieben. Die beiden entgegensetzten Seiten der Intoleranz gegenüber der Multikulturalität stehen sich oft sehr nahe.
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Axel Weipert und Raphael Vergin haben mit ihren Kommentaren die Theorie von der Umleitung ziviler Mittel in militärische Operationen schön konstruiert - nur leider unkorrekt. Offenbar schlossen die Autoren aus der Bautätigkeit der GIZ im Feldlager KUNDUZ, dass hier BMZ oder AA der Geldgeber sind. Das passte schön in´s Bild ist aber falsch. Die GIZ kann von allen Ressorts beauftragt werden. Im genannten Fall bezahlt die Bundeswehr/EP 14. Tatsächlich werden die Gebäude so geplant, dass eine sinnvolle Nachnutzung mitgedacht wird und bereits bei Bau und Betrieb Entwicklungsimpulse entstehen sollen (ob das tasächlich funktioniert - darüber lässt sich sicher streiten).