Presseschau

Architektur
BrasiliaFoto von asleeponasunbeam, Flickr

Fabiano Maciel hat einen Film gemacht über einen, der wie kaum ein anderer die Klassische Moderne in der Architektur geprägt hat. Er heißt »Oscar Niemeyer - Das Leben ist ein Hauch« und kommt jetzt in die deutschen Kinos. Der mittlerweile 102-Jährige wurde vor allem durch den Bau der brasilianischen Hauptstadt Brasilia bekannt; darüber hinaus entwarf er mehrere hundert andere Projekte. Nicht zuletzt ist er auch für seine scharfzüngigen Kommentare berüchtigt. So sagte er im Rückblick über »sein« Brasilia:

Falsch gedacht: Nach der Einweihung kamen wieder die Politiker, die Geschäftsleute, und es war wieder der gleiche Mist: Klassenkampf, die Macht des Geldes, die Einmischung der Wirtschaft, so, wie es heute noch ist.

Burj DubaiFoto von hoss69, Flickr

Eine leicht ironisch konnotierte Theorie besagt, dass, gerade wenn Wolkenkratzer mit neuen Höhenrekorden fertiggestellt werden, große Wirtschafts- und Spekulationskrisen ausbrechen. Burkhard Müller widmet diesem Phänomen einen Artikel im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Jüngster Beleg seien der Burj Dubai, nachdem bereits die Rekordbauten Empire State Building und das World Trade Center in New York mit Krisen zusammenfielen. Ein Grund sei, dass die Gebäude auf dem Höhepunkt von Spekualtionsbooms geplant werden, aber erst fertiggestellt werden, wenn diese bereits in sich zusammengebrochen sind. Leider läßt er dabei die Theorie des englischen Geographen David Harvey unberücksichtigt, welche davon ausgeht, dass sich Kapitalverwertungsskrisen in massiven Investitionen in Immobilien und Stadtumstrukturierung ausdrücken.

IBA Stadtumbau in HalleFoto von Tore Dobberstein

Der Deindustrialisierung Ostdeutschlands folgte die Abwanderung vieler Bewohner und das Schrumpfen der Städte. Die Politik hatte diesem großen auch durch die ad-hoc-Währungsunion nach der Wende verursachten Problem wenig entgegenzusetzen. Stattdessen hatten die Stadtplaner das Wort und haben Konzepte für »shrinking cities« entwickelt. Diese Konzepte stehen im Zentrum der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Sachsen-Anhalt, welche Tobias Timm in der Zeit bespricht.

Foto von Wolfgang Staudt

Die Berliner Stadtzeitung »Zitty« und die Kunstzeitschrift »Art« decken die Mauscheleien um das Berliner Stadtschloß auf: Ein unsauberes Vergabeverfahren im Architekturwettbewerb, fehlendes Geld und falsche Kostenangaben für die Schloßrekonstruktion, verschlossene Augen im zuständigen Bundesministerium und Millionen an den Geschäftführer und stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins Berliner Schloss.