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Korruption
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Anstand im Prozentbereich

Ein Unternehmer erkennt Scheinheiligkeit in der Korruptionsbekämpfung
von Caspar Bildner am 21. August 2010
1 Kommentar
Bild von Mark Max Henckel

Das Handelsblatt interviewt den Unternehmer Eginhard Vietz. Er sieht in den Bemühungen zur Korruptionsbekämpfung reine Heuchelei: In vielen Ländern sind »Provisionen« schlicht üblich. Grund sei der niedrige Lebensstandard von Staatsbeamten, die über große Aufträge entscheiden. Die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC werde genutzt, »um Konkurrenten weichzuklopfen«, während US-Unternehmen »schmieren wie die Weltmeister«. Die meisten Unternehmen machen zu den staatlichen Bemühungen zur Korruptionsbekämpfung gute Miene zum bösen Spiel, ohne aber ihre Praxis zu ändern.

„Der Kampf gegen Schmiergeld ist reine Heuchelei“ Handelsblatt 10.8.2010 von Sönke Iwersen, Eginhard Vietz

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»Motive unconfirmed«?

Morde an Journalisten in Honduras
von Axel Weipert am 6. August 2010
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Seit dem Staatsstreich in Honduras vor über einem Jahr hat sich die politische Situation praktisch nicht stabilisiert – noch immer gibt es im Land Proteste. Daran kann auch die mehr oder weniger stillschweigende Duldung der neuen konservativen Regierung durch das Ausland wenig ändern.

Ein mögliches Indiz für die angespannte Lage sind die zahlreichen Morde an Reportern seit Jahresanfang. Diese haben sich vornehmlich mit der organisierten Kriminalität und Korruptionsfällen befasst. Die politische Brisanz des Themas ist jedoch unter Journalistenorganisationen umstritten.

Dreissig Kugeln WOZ 5.8.2010 von Ralf Leonhard
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Kritische Lage

Schlechte medizinische Versorgung in Afghanistan
von Axel Weipert am 11. Juli 2010
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Die medizinische Versorgung in Afghanistan ist nach wie vor äußerst dürftig. Das zeigt sich ganz besonders an der weltweit zweithöchsten Sterblichkeitsrate von Müttern. So gibt es viel zu wenig qualifiziertes ärztliches Personal, oft dürfen die Frauen auf Anweisung ihrer Männer nicht einmal  zur Geburt in ein Krankenhaus gehen. Zudem ist Korruption weit verbreitet, was einerseits an den niedrigen Löhnen liegt und andererseits viele Menschen aus dem Gesundheitssystem ausschließt.

Nichts geht ohne Bestechung in Afghanistan 9.7.2010 von Agnes Tandler

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Ein Archipel der Clans

Die Wahlen auf den Philippinen und Hoffnung auf Wandel
von Joséphine Glenz am 9. Juli 2010
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Neues Klima in Manila?Foto von neilalderney123

Die Macht auf den Philippinen teilen sich einige einflußreiche Familien. Daran ändern auch die jüngsten Präsidentschafts-, Senats- und Gouverneurswahlen nichts, bei denen Benigno Aquino zum neuen Präsideten gewählt wurde. Seine Vorgängerin Gloria Macapagal-Arroyo wird jedoch für über tausend Morde gegen Oppositionelle verantwortlich gemacht. Ihre Macht basierte auf mehreren einflußreichen lokalen Clans, die teilweise über eigene paramilitärische Einheiten verfügen. Sie wiederum nehmen Einfluß auf den Ausgang von Wahlen, indem sie einen fairen Wahlkampf nicht zulassen. Diese Oligarchie festigt das krasse soziale Gefälle. So kann von einer echten Demokratie keine Rede sein.

Auf den neuen Präsidenten werden Hoffnungen gesetzt, daß zumindest das dunkle Kapitel der politischen Morde des vergangenen Jahrzehnts beendet und sogar aufgearbeit wird. Bisher ist von einer Aufklärung allerdings wenig zu sehen.

Im Schatten der Mutter Freitag 6.7.2010 von Rainer Werning
Politische Morde und Clanwirtschaft Deutschlandfunk Hintergrund 8.5.2010 von Bernd Musch-Borowska Audio mp3 18 min
Zeugen werden nächste Opfer taz 8.7.2010 von Frederike Mayer

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Sport mit System

Das Korruptionssystem Fifa
von Caspar Bildner am 8. Juli 2010
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Millionen Menschen erfreuen sich an den Fußballspielen in Südafrika. Der die Spiele ausrichtende Weltfußballverband Fifa gilt als ein Ort der Korruption: Niemand hat bisher die Sümpfe vermessen können, viele Geldflüsse liegen im Dunkeln. Doch daß viele Funktionäre geschmiert sind, ist spätestens belegt durch den Prozeß nach der Pleite der Sportvermarktungsfirma ISL. Diese wurde von dem Erben des Sportartikelherstellers Adidas, Horst Dassler, gegründet.

Der Weg der Fifa zu einem korrupten Marketing-Konzern begann 1974 in Deutschland mit der Wahl des Brasilianers João Havelange zu ihrem neuen Präsidenten: Dassler verteilte Geldbündel zur Durchsetzung der Wahl. In Havelanges Amtszeit mutierte die Fifa zu einem mafiösen Konzern mit Vetternwirtschaft, Bestechung und hoch dotierten Beraterverträgen. Joseph Blatter veränderte als Nachfolger die Geldflüsse in Zusammenarbeit mit seinem Neffen Phillipe Blatter. Doch transparenter wurde die Fifa nicht: Ein System, das durch Werbegelder und Übertragungsrechte in Geld schwimmt.

Dreck am Ball. Die Geschäfte der Fifa Le Monde diplomatique 11.6.2010 von David Garcia
Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen jensweinreich.de 25.6.2010 von Jens Weinreich Hintergründe Joseph Blatter
Bar und ohne Quittung WOZ 22.1.2009 von Carlos Hanimann
Die Fouls der FIFA Deutschlandfunk Zur Diskussion 7.7.2010 Audio mp3 45 min

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Stiefel im Dreck

Wie der Kampf gegen Korruption in Italien scheiterte
von Martin Atzler am 24. Juni 2010
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Silvio Berlusconi und sein Lehrmeister Bettino CraxiFoto von Hytok

Mit dem Zusammenbruch des Parteiensystems in Italien zu Beginn der 90er Jahre gab es Hoffnungen auf einen Neuanfang: Unter dem Motto Mani Pulite (Saubere Hände) bekämpften Richter und Staatsanwälte Korruption und Filz. Doch dieser Versuch kann mittlerweile als gescheitert angesehen werden. Nicht zuletzt dank der Regierung Silvio Berlusconis, die mit zahlreichen Gesetzen die Justiz bekämpft, indem vormalige Straftaten legalisiert wurden. Diese Gesetzesänderungen wurden auch von der linken Regierung nicht zurückgenommen.

Auch wenn wenig Hoffnung auf Reformen besteht, sehen einige das Ende des aktuellen politischen Systems kommen, ähnlich wie vor 20 Jahren. Doch auch Berlusconi kam nicht aus der Wüste, sondern knüpfte an politische Lehrmeister wie Bettino Craxi an.

Wenn Italien ein Rechtsstaat wäre Le Monde diplomatique 11.6.2010 von Francesca Lancini
Die Craxi-Berlusconi-Connection Blätter für deutsche und internationale Politik 1.4.2010 von Susanna Böhme-Kuby

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Eingesteckt und eingesackt

Das Aufsichtsdilemma beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs und die Gründe für Korruption
von Ilari Henry am 29. März 2010
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Kölner Stadtarchiv nach dem EinsturzFoto von karin fischer

Die Sendung Monitor verdeutlicht die Gründe für den Skandal um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Denn die Bauaufsicht wurde dem Bauherrn übertragen: den privatisierten Kölner Verkehrsbetrieben. Einen tieferen Einblick in den Hintergrund von Korruption bietet ein Radiobeitrag von SWR2 Wissen. Gerade in privatisierten Staatsbetrieben verhielten sich die Staatsangestellten wie Manager und fühlten sich ebenso frei in ihren Entscheidungen. Mangelnde Transparenz erleichtere das Geben und Nehmen – unter bestimmten Summen werde gar nicht erst kontrolliert.

Spätkölsche Dekadenz. Wie beim Bau der Kölner U-Bahn die Aufsicht versagte WDR Monitor 25.2.2010 von Georg Wellmann, Jan Schmitt Video 7 min
Unterirdisch – Der Kölner U-Bahnbau WDR Die Story 10.5.2010 von Ingolf Gritschneder, Georg Wellmann Video mp4 42 min
Korruption verhindern. Der Kampf gegen den Filz in privatisierten Staatsbetrieben SWR2 Wissen 12.3.2010 von Wilm Hüffer Audio mp3 27 min

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Offene Hände, offene Münder

Geschickte Aufdeckung von Schmiergeldgeschäften
von Caspar Bildner am 27. März 2010
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Ulan-Panzer von Steyr-Daimler-PuchFoto von Matthias Kabel

Dem tschechischen investigativen Journalisten Janek Kroupa ist ein Meisterstück gelungen: Getarnt als Mittelsmann mit falscher Indentität brachte er zwei österreichische Rüstungsmanager dazu, über Bestechungspraktiken vor versteckter Kamera zu sprechen. Wolfgang Habitzl und Herwig Jedlaucnik von der Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug AG & Co KG verrieten im Wiener Intercontinental-Hotel ihre Bestechungspraktiken bei tschechischen Politikern – sicherheitshalber werden beide führenden politischen Lager für Rüstungsgeschäfte geschmiert. Das Video hat einen Skandal in Tschechien ausgelöst und für eine Debatte über die Grenzen von investigativem Journalismus gesorgt.

Achtung, Kamera! 24.2.2010 von Florian Klenk, Barbara Toth
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Kopfball

Ein neues Kapitel der Wettmanipulationen im Fußball
von Caspar Bildner am 23. November 2009
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Fußball ist ein hartes Geschäft - manchmal auch ein schmutziges. Die Kommerzialisierung des Sports zeigt beim Wettgeschäft seine unschönen Seiten. Die Frankfurter Rundschau und die taz berichten umfangreich über die Blüten der international organisierten Wettmanipulation, die von der Champions League bis in lokale Ligen reiche.

DFB-Schiedsrichter im Visier Frankfurter Rundschau
Krimineller Kick Frankfurter Rundschau
Anruf von der Mafia Frankfurter Rundschau 21.11.2009 von Harry Nutt
Entsetzen beim VfL Osnabrück Frankfurter Rundschau 20.11.2009
10 Millionen Euro abkassiert taz 21.11.2009 von Holger Pauler
Glücksversprechen aus Liga fünf taz 21.11.2009 von Deniz Yüzel
Mauschelei und Mafia - türkische Affären taz 21.11.2009

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Service spécial

Korruptionsprozess gegen Jacques Chirac
von Joséphine Glenz am 1. November 2009
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Pariser RathausFoto von stefan

Die Immunität als französicher Präsindent hat Jacques Chirac lange Zeit vor einem Gerichtsprozeß bewahrt. Die Gefälligkeitspolitik in seiner Zeit als Pariser Bürgermeister kommt nun zur Anklage. In der Süddeutschen Zeitung taucht dabei die Frage auf, ob Chiracs alter Intimfeind Nicolas Sarkozy alte Rechnungen begleichen will.

Süddeutsche Zeitung: Ende der Unantastbarkeit. Chirac vor Gericht
Süddeutsche Zeitung: Chirac muss vor Gericht
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