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Unruhen

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Staatsstreich für Anfänger

In Kirgisien wurden offenbar gezielt Unruhen angezettelt
von Caspar Bildner am 16. Juni 2010
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Ausschnitt aus dem offenbar authentischen Telefonmitschnitt von Kurmanbek Bakijews Sohn Maksim

Kein klares Bild entsteht bei den Unruhen in der zentralasiatischen Republik Kirgisien. Zwischen 200 und 2000 Menschen sollen zu Tode gekommen, Tausende auf der Flucht sein. Bei den Opfern handelt es sich mehrheitlich um die usbekische Minderheit in Kirgisien, die in den nahe der usbekischen Grenze liegenden Städten Osch und Dschalalabad angegriffen wurden. Rußland wurde von der Übergangsregierung zum Eingreifen gebeten, lehnte aber vorerst ab. Weiterlesen …

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Tiefgreifender Wandel

Zwei Analysen zum inneren Konflikt Thailands
von Caspar Bildner am 16. Juni 2010
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Vorerst scheinen die Proteste in Thailand nach der blutigen Niederschlagung durch das Militär verstummt. Zwei Beiträge analysieren die Hintergründe der widersprüchlichen politischen Konstellation. Wolfram Schaffar sieht in Thaksin Shinawatra keinesfalls einen Reformer. Ursprünglich sei die Bewegung gegen dessen Absetzung »nur eine Handvoll Intellektuelle und Demokratieaktivisten« gewesen. Erst das selbstgerechte Verhalten der Eliten habe daraus eine breite Bewegung geschaffen. Thaksin habe entgegen der Wahrnehmung als Sozialreformer eher eine Politik der neoliberalen Umstrukturierungen vertreten.

Charlotte Wiedemann geht in der Le Monde diplomatique auf das »Trugbild« Thailands im Westen ein. Im Widerspruch zu dem Bild eines harmonischen Landes der Touristenprospekte habe sich eine traditionell hierarchische  Gesellschaft erhalten, in der Minderheiten nicht geachtet werden. Doch ein langsamer, tiefgreifender Wandel verändere das Land. Die Landbevölkerung befreie sich aus ihrer Unmündigkeit und weiche auch nicht mehr vor offener Konfrontation zurück.

Bürgerkrieg in Bangkok Blätter für deutsche und internationale Politik 1.6.2010 von Wolfram Schaffar
Thailändisches Dekor Le Monde diplomatique 11.6.2010 von Charlotte Wiedemann
Thailands Schwächen Le Monde diplomatique 9.7.2010 von David Camroux, Philip Golub
König, Bürger, Bauern Le Monde diplomatique 9.7.2010 von Xavier Monthéard

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Spiel mit dem Feuer

Kein Ende der inneren Konflikte Kirgisiens
von Joséphine Glenz am 12. Juni 2010
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Blick auf Osch im FerghanatalFoto von Travelling Runes

Die erneuten Konflikte in Kirgisien mit ungefähr 50 Toten in der Stadt Osch lassen die schlimme Befürchtung aufkommen, daß aus einem Machtkampf ein ethnischer Konflikt erwächst. In der Region weichen die staatlichen Grenzen von ethnischen ab, so daß ethnische Spannungen zu einem Regionalkonflikt auswachsen könnten. Spannungen hat es in der Stadt an der usbekischen Grenze schon lange gegeben, unabhängig von den jüngsten Machtkämpfen in Kirgisien. In den internationalen Medien herrscht Unklarheit ob der Ursachen der jüngsten Aussschreitungen. Deutlich dagegen ist, daß die neue Regierung der Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa auch zwei Monate nach der Machtübernahme die Lage im Land nicht im Griff hat. Weiterlesen …

Straßenschlachten in Osch taz 11.6.2010 von Marcus Bensmann
Russland schickt keine Truppen nach Kirgistan tagesschau.de 12.6.2010
Blutige Unruhen: Lage in Kirgisistan »außer Kontrolle« Die Presse 12.6.2010
Drei Sprachen für Kirgisistan Deutsche Welle 10.6.2010 von Natalia Posdnjakova, Markian Ostaptschuk
Blutzoll im ethnischen Machtkampf ARD Weltspiegel 12.6.2010 von Ina Ruck Video 6 min
Die aktuelle politische Entwicklung in Kirgisistan Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages 11.6.2010 von Kolja Bartsch

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Schwarzer Tag für Thailand

Die Chancen auf eine politische Lösung scheinen verspielt
von Caspar Bildner am 19. Mai 2010
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Bangkok unter FeuerFoto von Patrn

Der Konflikt zwischen »Rothemden« und Regierung sowie Militär ist in Thailand endgültig eskaliert – das Protestcamp wurde vom Militär aufgelöst, die Börse und ein großes Kaufhaus gingen im Flammen auf. Die Perspektive einer Einigung durch Neuwahlen ist vorerst vom Tisch, die Frage nach dem Weg der Opposition in den Untergrund steht im Raum. Zu diesem Zeitpunkt der Eskalation stellt Nicola Glass in einer Sendung des Deutschlandfunk die poltischen Hintergründe dar. Eine nationale Versöhnung sei nur möglich, wenn das konservative Establishment bereit sei, seine Machtansprüche aufzugeben.

Militär gegen Protestbewegung Deutschlandfunk Hintergrund 19.5.2010 von Nicola Glass Audio mp3 18 min
Bangkok in Flammen taz 19.5.2010 von Nicola Glass, Sascha Zastiral
Die »Stadt der Engel« brennt Frankfurter Rundschau 19.5.2010 von Willi Germund
»Rothemden« setzen Bangkok in Brand tagesschau.de 19.5.2010 von Bernd Musch-Borowsk Audio mp3 3 min
Die Unruhe nach dem Sturm Der Tagesspiegel 21.5.2010 von Daniel Kestenholz

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Der zentralasiatische Kreidekreis

Amerika und Russland kämpfen in Kirgisien um Einfluß
von Caspar Bildner am 19. Mai 2010
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Kämpfe in der Hauptstadt im AprilFoto von kun530

Der Journalist Vicken Cheterian erklärt die Hintergründe der Unruhen in Kirgisien. Der korrupte Präsident Bakijew versuchte wie im kalten Krieg sowohl mit den Amerikanern als auch den Russen ins Geschäft zu kommen: Beide haben eine Militärpräsenz in der zentralasiatischen Republik. Bakijew brach jedoch eine Vereinbarung mit den Russen, welche für Wirtschaftshilfe die alleinige Präsenz verlangten – die Manas Air Base blieb ein wichtiger Umschlagplatz für amerikanisches Militär, der Vertrag wurde durch einen Trick verlängert. Die Amerikaner kauften vielmehr Treibstoff über Bakijews Sohn zu Weltmarktpreisen, die er vorher billig in Russland einkaufte. Die Russen erhöhten daraufhin den Exportzoll; die hohen Energiepreise waren ein wichtiger Auslöser für den Aufstand. Cheterian erörtert die Frage, ob der neuen Regierung nach zwei korrupten Präsidenten ein Neuanfang gelingt.

Dritter Versuch in Kirgistan Le Monde diplomatique 14.5.2010 von Vicken Cheterian
Fuel Sales to U.S. at Issue in Kyrgyzstan New York Times 11.4.2010 von Andrew E. Kramer
Kyrgyz Leaders Say U.S. Enriched Regime Wall Street Journal 11.4.2010 von Alan Cullison Kadyr Toktogulov, Yochi J. Draezen

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An der Schwelle zum Bürgerkrieg

Das Eingreifen des Militärs eskaliert den Konflikt in Thailand
von Caspar Bildner am 15. Mai 2010
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An der BarrikadeFoto von Ronn ashore

Der gesellschaftliche Konflikt in Thailand ist nun offen eskaliert, obwohl Beobachter mit einer Entspannung der Situation rechneten. Die Gespräche zwischen Regierung und Opposition sind jedoch vorerst gescheitert; bis jetzt sollen bei den aktuellen Kämpfen zwischen Militär und »Rothemden« 16 Menschen getötet und 140 verletzt worden seien, darunter drei Journalisten und ein leitender Offizier der Opposition. Diese vertritt die ärmere Bevölkerung, die sich nach dem Militärputsch 2006 um die Macht betrogen sieht. Daher fordert sie Neuwahlen – seit März starben jedoch an die 50 Menschen, eine Einigung wird mit jedem Toten unwahrscheinlicher. Mit dem Eingriff des Militärs ist der Machtkampf nun in die entscheidene Phase getreten.

Tote bei Straßenschlachten in Bangkok tagesschau.de 14.5.2010 von Bernd Musch-Borowska Video
Barrikaden und Granaten in Bangkoks Straßen tagesschau.de 15.5.2010 von Bernd Musch-Borowska Audio mp3 3 min
Eskalation der Gewalt tagesschau.de 15.5.2010 von Bernd Musch-Borowska Audio mp3 3 min
Mindestens acht Menschen getötet taz 14.5.2010 von Nicola Glass
Kein Ende der Gewalt in Bangkok Deutsche Welle 15.5.2010 von Ursula Kissel
Chronologie der Krise in Thailand Deutsche Welle 15.5.2010

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Bürgerkriegsähnliche Zustände

Präsident Kirgisiens aus dem Amt gejagt
von Caspar Bildner am 8. April 2010
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Foto von kun530

Arm und instabil ist die zentralasiatische Präsidialrepublik Kirgisien. 2005 war Präsident Kurmanbek Bakijew durch eine Clanrevolte an die Macht gekommen, nun wurde er durch soziale Unruhen aus dem Amt gejagt. Er stand für Vetternwirtschaft und Korruption. Nach der Festnahme meherer führender Oppositioneller gerieten die Proteste zunächst in Talas, darauf in der Hauptstadt Bishkek außer Kontrolle. Die Polizei schoß in die Menge; dabei starben ungefähr einhundert Menschen, Gebäude wurden in Brand gesetzt, es kam zu Plünderungen. Die Opposition übernahm provisorisch die Macht. Sie besteht aus vielen vormaligen Regierungspolitikern. Der Westen sowie Rußland äußern sich zurückhaltend. In Kirgisien befindet sich ein Stützpunkt der NATO; die Region gilt auch aufgrund der Energievorkommen als strategisch wichtig. Das Neue Deutschland sah im Vorfeld der Proteste einen wachsenden Einfluß des radikalen politischen Islam.

Ein wütendes Volk steht auf Der Stern 8.4.2010 von Bettina Sengling
Putin bietet Übergangsregierung Hilfe an ARD Tagesschau 8.4.2010 Audio
Straßenschlachten in Kirgistan ZDF Heute journal 7.4.2010 Video 3 min
In Kirgistan wächst die Wut Neues Deutschland 26.3.2010 von Irina Wolkowa
Bilderreihe der Kämpfe 8.4.2010 von kun530
Aufstand im Hinterhof Russlands Die Presse 8.4.2010 von Eduard Steiner
Russland erkennt Regierung in Kirgistan an Financial Times Deutschland 8.4.2010
Lupenreine Autokraten - Krisenregion Zentralasien hr2 Der Tag 13.4.2010 Audio 53 min
Aufstand im fernen Osten ARD Weltspiegel 11.4.2008 von Stephan Stuchlik Video 8 min
Demokraten, Clans und Apparatschiks Le Monde diplomatique 14.10.2005 von Marcus Bensmann
Heftiger Gewaltausbruch lässt neues Land in Zentralasien entstehen Der Postillion 8.4.2010

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Am Rande Europas

Der schwierige Zustand Griechenlands
von Bogoslov Revanski am 5. Oktober 2009
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Während der Proteste im Dezember 2008Foto von Sotiris Farmakidis, Flickr

Anlässlich der Wahlen in Griechenland schreiben Kai Strittmacher und Alexandros Stefanidis in »Das organisierte Gebrechen« über die Probleme des Landes: Eine unproduktive Wirtschaft, niedrige Löhne, Klientelwirtschaft der Parteien und verbreitete Korruption. Grund genug auf drei weitere Hintergrundberichte  aus der Zeit der Krawalle im Dezember zu verweisen.

Das organisierte Gebrechen. Süddeutsche Zeitung 3.10.2009 von Alexandros Stefanidis, Kai Strittmacher
Spross des gescheiterten Systems Süddeutsche Zeitung 4.10.2009 von Kai Strittmacher
Die Proteste in Griechenland halten an Telepolis 13.12.2008 von Wassilis Aswestopoulos
Welle der Gewalt. Krawalle stürzen Griechenland in tiefe Demokratie-Krise Der Spiegel 10.12.2008 von Jörg Diehl
Griechenland - Funke oder Flächenbrand? 8.12.2008 von Wassilis Aswestopoulos

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A las barricadas!?

Neue soziale Unruhen stehen uns ins Haus
von Axel Weipert am 25. April 2009
2 Kommentare

Die jüngsten Äußerungen von Gesine Schwan und Michael Sommer zur Möglichkeit »französischer Verhältnisse« auch bei uns im Zuge einer Verschärfung der Wirtschaftskrise haben zumindest schon einmal für mediale Unruhen gesorgt. Weiterlesen …

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